April - Juni 2026

Rettungsaktion für Kaulquappen im Marxzeller Albtal

Seit April 2026 setzten wir uns, in enger Abstimmung mit dem BUND Ortsverbands Mittleres Albtal, dem Naturschutzbeauftragten des Landkreises Karlsruhe, der vom LUBW geleiteten „Landesweiten Artenkartierung“, LAK und ForstBW mit großem ehrenamtlichem Engagement für den Erhalt zahlreicher Kaulquappen im Marxzeller Albtal ein.

Ausgestattet mit einer ganzen Reihe notwendiger Genehmigungen – darunter eine Betretungsgenehmigung der Grundstückseigentümerin, eine Befahrungsgenehmigung von ForstBW, eine Wasserentnahmegenehmigung des Regierungspräsidiums Karlsruhe sowie die naturschutzrechtlichen Genehmigungen der unteren Naturschutzbehörde und des LUBW – und der dafür extra angeschafften Hardware pumpten wir täglich zwischen 10.000 und 15.000 Liter Wasser aus der Alb in das Feuchtgebiet bei den Scheuerliswiesen in Marxzell.

Nach der niederschlagsreichen Witterung im vergangenen Winter hatten Grasfrösche und Erdkröten in einer Senke einen gut gefüllten Tümpel vorgefunden und diesen zur Ablage ihres Laichs genutzt.

Da das Gewässer jedoch über keinen natürlichen Zufluss verfügt, sank der Wasserstand infolge der warmen Witterung und der natürlichen Versickerung kontinuierlich ab. Ohne Unterstützung wäre der Tümpel bereits trockengefallen – mit fatalen Folgen für den Amphibiennachwuchs.

Während sich zu Beginn der Maßnahme die Wasseroberfläche täglich vom Gewusel Tausender Kaulquappen kräuselte, ist es im Juli 2026 deutlich ruhiger geworden. Stattdessen wurden ab Ende Juni 2026 immer häufiger fingernagelgroße Jungfrösche und junge Kröten gesichtet – ein erfreuliches Zeichen dafür, dass sich viele Tiere erfolgreich entwickeln konnten.

Wir hoffen, mit unserem Einsatz dazu beigetragen zu haben, dass möglichst viele Jungtiere den kritischen Entwicklungsabschnitt überstehen und ihren Weg in die umliegende Natur antreten können. Angesichts des starken Rückgangs vieler Amphibienarten in den vergangenen Jahren ist jede erfolgreiche Schutzmaßnahme ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der heimischen Artenvielfalt.

Ende Juli 2026 liefen die erteilten Genehmigungen aus – und glücklicherweise auch deren Notwendigkeit. Damit endet die im April begonnene Rettungsaktion.

Wir bedankt uns herzlich bei allen Ehrenamtlichen, die über Monate hinweg täglich vor Ort im Einsatz waren und ihre Zeit in den Schutz der Amphibien investiert haben. Ein besonderer Dank gilt außerdem dem BUND Mittleres Albtal und den Organisationen und Behörden, dem Naturschutzbeauftragten des Landratsamts Karlsruhe, der Vertreterin des LAK des LUBW, ForstBW und dem Regierungspräsidium Karlsruhe sowie der Gemeinde Marxzell.
Durch ihre Unterstützung und die zügige Zusammenarbeit konnte diese außergewöhnliche Maßnahme überhaupt erst ermöglicht werden.

Derzeit wird gemeinsam geprüft, welche Lösungen sich für das kommende Jahr finden lassen. Denn die neue Generation von Fröschen und Kröten wird voraussichtlich dorthin zurückkehren, wo sie erstmals das Wasser der Welt erfahren hat.

Eine beeindruckende Zahl verdeutlicht den Umfang der Rettungsaktion: Im Verlauf der gesamten Maßnahme haben wir zwischen einer und 1,2 Millionen Liter Wasser in das Feuchtgebiet gepumpt. Auswirkungen auf den Wasserhaushalt der Alb entstanden dadurch nicht, da das Wasser anschließend wieder in den Fluss zurückfloss.