Oktober/November 2025 - Ökologische Aufwertung eines Heckenstreifens in Pfaffenrot
Worum geht's?
In einem Gemeinschaftsprojekt des Forstetriebes Mohr, dem BUND Mittleres Albtal und Marxzell & Natur wurde im Oktober in Pfaffenrot „Im Neufeld“ ein etwa 150 Meter langer und durchschnittlich 5 Meter breiter Heckenstreifen ökologisch aufgewertet.
Dieses Projekt wird auch in den kommenden Jahren vom BUND fachlich begleitet werden.
Wir wollen mit dieser Maßnahme die ökologische Qualität des Heckenstreifens erhöhen. Eine Hecke gilt dann als wertvoller Lebensraum, wenn sie über eine hohe Strukturvielfalt verfügt. Dazu gehören eine ausgewogene Mischung aus Bäumen, Sträuchern, Gräsern und Stauden sowie unterschiedliche Bereiche mit dichter und lichter Vegetation.
Die bestehende Hecke ist stark durchgewachsen. Dominierende Baumarten wie Buche und Ahorn verdrängen den Unterwuchs und lassen kaum Licht, Wasser und Nährstoffe für Sträucher und kleinere Gehölze. Daher werden wir dies Bäume größtenteils entnehmen. Wertvolle Arten wie Eichen, Nuss-, Kirsch- oder Apfelbäume bleiben hingegen erhalten.
Im Anschluss erfolgt eine gezielte Neupflanzung heimischer Sträucher, unter anderem Haselnuss, Hartriegel, Holunder, Pfaffenhütchen und Wildobst. Auf diese Weise entstehen abwechslungsreiche Strukturen, die die ökologische Vielfalt langfristig fördern.
Die durchgeführten Maßnahmen wirken auf den ersten Blick einschneidend. Fachlich betrachtet sind sie jedoch erforderlich, um die Hecke in ihrer Funktion als Lebensraum zu sichern und zu entwickeln. Eine regelmäßige Pflege in den kommenden Jahren ist dafür unerlässlich.
1. Schritt: Freischneiden
Vielen Dank an alle fleißigen Helfer für die Unterstützung der Schnitt- und Aufräumarbeiten an dem Heckenstreifen in Pfaffenrot am 17.10.25. Trotz anfänglichem Ausfall der großen Maschine sind wir doch noch am Freitagnachmittag fertig geworden. Eine super Leistung. Mit viel Handarbeit wurden mehrere Laub-Reisighaufen für Igel & Co geschichtet und ein erstes Totbaumbiotop eingerichtet. Weitere, wie Steinhaufen und Erdfreiflächen werden noch folgen.
Auf den freigelegten Flächen wurden auch schon etliche Jungpflanzen von Hasel, Weißdorn, Eiche oder Obstbaum entdeckt. Damit wir diese nach dem Laubabwerfen auch noch wahrnehmen (und bei der nächsten Pflanzaktion im November nicht zertreten) werden diese noch mit Akazienholzstäben gekennzeichnet.
2. Schritt: Neu bepflanzen
Pfaffenrot, 15. Dezember 2025 – Die erste Etappe der ökologischen Aufwertung des Heckenstreifens in Pfaffenrot ist erfolgreich abgeschlossen. Bis zuletzt blieb es spannend, denn die Anlieferung der neuen Pflanzen musste mehrfach verschoben werden. Schließlich traf die Lieferung doch noch rechtzeitig ein – nur eine halbe Stunde vor Beginn der Pflanzaktion am Freitagmorgen.
Unmittelbar danach konnten die freiwilligen Helfer mit dem Einpflanzen beginnen. Insgesamt 100 vom BUND Mittleres Albtal gespendete Sträucher wurden entlang des Heckenstreifens verteilt und anschließend in Gruppen derselben Art gesetzt. Für wertvolle Unterstützung sorgte der Forstbetrieb Mohr, der Akazienstecken zur Markierung der Jungpflanzen spendete und Hohlspaten bereitstellte. Diese Spezialwerkzeuge mit stark gebogenem, hohlem Blatt ermöglichen eine besonders schonende Pflanzung, da die Wurzeln sich in den großzügigen Pflanzlöchern natürlich ausrichten können.
Trotz kalter Witterung waren die Helferinnen und Helfer mit viel Freude, Ausdauer und guter Laune im Einsatz. Unter den aufmerksamen Blicken der benachbarten schottischen Hochlandrinder war das Pflanzteam – bestehend aus zehn Erwachsenen, zwei Kindern und einem Hund – bereits nach eineinhalb Stunden fertig.
Über den Winter hinweg können nun die frisch gesetzten heimischen Wildgehölze anwachsen. Im Frühjahr wird sich zeigen, wie gut sich die ökologische Vielfalt und Struktur des Heckenstreifens weiterentwickelt.
3. Schritt: Pflegen
Mit diesem erfolgreichen Auftakt ist ein wichtiger Schritt zur ökologischen Aufwertung des Heckenstreifens getan. Weitere Maßnahmen folgen im kommenden Jahr.
