Samstag, 28.02.2026 - Waldführung durch den Marxzeller Wald mit dem ForstBW

Ein Blick hinter die Kulissen

Bei bestem Wetter und mit zahlreichen interessierten Teilnehmenden fand am vergangenen Samstag eine unterhaltsame Waldführung mit ForstBW und Vincent Langensteiner statt.

Es war beeindruckend zu erleben, wie vielschichtig und verantwortungsvoll die Arbeit im Forst ist.

Jedes einzelne Waldstück wird detailliert erfasst und beschrieben – von Pflanzen- und Moosarten über Bodenbeschaffenheit und Feuchtigkeitsgrad bis hin zu Lichtverhältnissen, Höhenlage und Tierwelt.

Wie wir erfuhren, bildet diese umfassende Kartierung die Grundlage für sämtliche forstlichen und naturschutzfachlichen Entscheidungen.

Auf dieser Basis entstehen differenzierte Konzepte wie das Alt- und Totholzkonzept, Bann- und Schonwälder, Moor- und Biotopschutz. Für jeden Bereich gibt es detailliertere Ausführungen und konkrete Handlungsfelder mit klar definierten Maßnahmen. Es kann einem da schon schwindelig werden, so vielschichtig und umfassend sind die vielen Bereiche.

Besonders anschaulich waren die gezeigten Kleinbiotope. Vor Ort erklärte uns Vincent, warum sie genau an diesem Standort angelegt wurden, welche Arten davon profitieren und welche ökologischen Funktionen sie erfüllen. Dabei wurde deutlich: Selbst kleine Strukturen können eine große Bedeutung für Biodiversität und Artenschutz haben.

Ein zentrales Thema der Führung war das sogenannte Verschlechterungsverbot. Dieser Grundsatz verpflichtet ForstBW dazu, den ökologischen Zustand des Waldes durch forstliche Maßnahmen nicht zu verschlechtern. Biodiversität, Bodenstruktur und Waldgefüge müssen mindestens erhalten bleiben.

Bevor Maßnahmen umgesetzt werden, erfolgt daher eine sorgfältige Planung, so dass ökologische Mindeststandards eingehalten werden, um beispielsweise FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitat) nicht negativ zu beeinflussen. Zur Vermeidung von Bodenschäden durch schwere Maschinen werden konkrete Arbeitspläne erstellt und wo durch den Einsatz schwerer Maschinen leider doch schlimme Fahrrinnen und Schneisen entstehen, werden diese nach Abschluss der Arbeiten wieder instandgesetzt und falls erforderlich durch gezielte Maßnahmen regeneriert.

Eine zusätzliche Herausforderung stellt der Klimawandel. Ziel ist es, Wälder zu entwickeln, die auch in den kommenden 100 Jahren und darüber hinaus stabil, widerstandsfähig und artenreich bleiben.

Fazit

Die Waldführung hat eindrucksvoll gezeigt, wie durchdacht, wissenschaftlich fundiert und verantwortungsvoll gearbeitet wird. Mit vielen neuen Erkenntnissen, großem Respekt vor der geleisteten Arbeit und einem herzlichen Dank an Vincent endete ein lehrreicher Vormittag.

Einhellige Meinung aller Teilnehmenden: Bei der nächsten Waldführung sind wir sehr gerne wieder dabei.